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Das antike Griechenland erleben ~ 09.04.2011 - 20.04.2011

Reisebericht von: Claudia Bernhardt  • 22.04.2011

1. Tag 09.04.2011 - Chemnitz - San Zeno di Montagna

Unsere gemeinsame Reise in das antike Griechenland starteten wir bei frostigen sieben Grad in Chemnitz. Am Autohof Münchberg war unsere Gruppe komplett mit 18 Personen. Gen Süden wurde es zusehends wärmer und unser Domizil oberhalb des Gardasees erreichten wir bei sonnigen 32 Grad. Im Hotel Bellavista in San Zeno di Montagna genossen wir nicht nur einen traumhaften Ausblick auf den südlichen Gardasee, sondern auch ein gutes italienisches Abendessen.

 

2. Tag 10.04.2011 - San Zeno -Ancona

Der Sonntagmorgen begann mit einem reichhaltigen Frühstück. Gemütlich setzten wir unsere Reise durch die Oberitalienische Tiefebene und entlang der Appeninen Richtung Ancona fort. Im Hafen erwartete uns bereits die ?Cruise Europa? von der Minoan Line.  Dieses komfortable Schiff bringt uns nach Igoumenitsa bringen.

 

3. Tag 11.04.2011 - Igoumenitsa - Kalambaka

Nach 417 Seemeilen und einer ruhigen Adria erreichten wir die griechische Hafenstadt Igoumenitsa, wo uns bereits unsere Reiseleitung Natascha erwartete. Die gebirgige Landschaft des Pindos ? Gebirges in Nordgriechenland überraschte und schenkte bezaubernde Blicke auf schneebedeckte Berge und eine raue Gebirgslandschaft. Von Ferne erblickten wir die wir die Konglomeratfelsen von Meteora. Die Meteora Klöster gehören zu den außergewöhnlichsten Orten unserer Welt. Die ?schwebenden Felsen? erheben sich aus der Thessalischen Ebene wie Türme. Die Besichtigung des Vaarlam Klosters und des Großen Meteoron gab einen Einblick in die beeindruckende Bauweise sowie wechselvolle Geschichte der Klöster. Voller Eindrücke vom ersten Tag in Griechenland bezogen wir unser Hotel Antoniadis in Kalambaka.

 

4. Tag 12.04.2011 - Kalambaka - Delphi - Itea

Gestärkt vom Frühstück entdeckten wir die Thessalische Ebene mit ihren zahlreichen Baumwollfeldern. Über die Berge erreichten wir Delphi. Die alten Griechen betrachteten Delphi als den ?Nabel der Welt?. Die Ausgrabungsstätte erwartete uns an den Hängen des Parnass mit Blick über ein weites Tal, das von Olivenbäumen übersät ist. Das Orakel von Delphi war Pythia, der Apollon die Gabe der Prophezeiung verliehen hatte. Die Heilige Strasse, die einst von Statuen und Schatzhäusern gesäumt war,  führt bis zum Apollon Tempel. Nach der Besichtigung der beeindruckenden Ausgrabungsstätte bestaunten wir die Schätze des Museums. Zu den berühmtesten Funden zählen der Wagenlenker sowie die Statue der Drei tanzenden Mädchen, die vermutlich einen Dreifuß stützen sollten, auf dem die Pythia saß und ihre Orakelsprüche verkündete. Mit unvergesslichen Eindrücken der antiken Zeugnisse besuchten wir das Bergdorf Arachova. Das Dorf gleicht einer Ausstellung von rustikalen Wollteppichen, so genannte Flokati. In unserem Hotel Kalafati in Itea, direkt am Meer, erwartete uns ein typisch griechisches Abendessen.  

 

5. Tag 13.04.2011 - Itea - Athen - Loutraki

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Hauptstadt Griechenlands Athen. Bei der Stadtrundfahrt entdeckten wir den Syntagma Platz im Herzen der Stadt mit dem griechischen Parlamentsgebäude. Hier wurde durch König Otto I. 1842 die Verfassung verkündet. Die Evzones (griechischen Nationalgardisten)  halten hier in ihrer traditionellen Uniform mit roter Kappe, einem farbigen Umhang, einem kurzen weißen Faltenrock über weißen eng anliegenden Hosen und roten Lederschuhen mit Quasten Wache. Das Stadion der Antike sowie die wichtigsten Paläste der Stadt sahen wir während der Stadtrundfahrt. An der Akropolis erkundeten wir die Stadt zu Fuß. Die Säulen des Parthenon bekrönen die Akropolis (?Oberstadt?), eines der sieben Hügel Athens. Dieses Bauwerk gehört weltweit zu den meistbesuchtesten Sehenswürdigkeiten der Welt. Im Straßengewirr der Plaka verbrachten wir die Mittagspause. Im Museum der Akropolis erfuhren wir viel Interessantes über die gefundenen Schätze. Über die Hafenstadt Pireaus mit einem fantastischen Ausblick auf das Häusermeer von Athen erreichten wir den renommierten See- und Thermalbadeort Loutraki.

 

6. Tag 14.04.2011 - Tagesausflug Mykene, Nauplia, Epidaurus

Wir verließen das Festland und fuhren über den Kanal von Korinth auf die Halbinsel Peleponnes und erreichten Mykene. Die Burg, die einer ganzen Kulturepoche den Namen gab, ist unbestritten die wichtigste antike Stätte der Peleponnes. Das berühmte Löwentor mit seinem in Stein gemeißelten Relief fällt als erstes ins Auge. Entlang der Königsgräber und der Zyklopenmauer erklommen wir die Spitze des Hügels. Die Landschaft war atemberaubend mit dem Blick auf schneebedeckte Berge und die Bucht von Argolis. Gestärkt vom griechischen Mittagessen führte uns unser Weg in die alte Hauptstadt Griechenlands nach Nauplia. Die Stadt am Argolischen Golf war stark befestigt. Überragt wird die Altstadt von der Palamidi ? Festung sowie die Ist-Kale-Festung. Auf einer Insel im Meer befindet sich die Bourtzi-Festung. Wir bummelten durch das Gassengewirr der Altstadt. Ein weiterer Höhepunkt der Reise war das antike Theater von Epidaurus. Es ist für die vorzügliche Lage und die Akustik berühmt. Der Ort war Asklepios geweiht, dem Gott der Heilkunst. Im Museum konnten wir den ehemaligen Reichtum an feinen Schmuckformen, u.a. das erste korinthische Kapitell von Polyklet bewundern. Entlang der Küstenstrasse fuhren wir zurück nach Loutraki.

 

7. Tag 15.04.2011 - Tagesausflug Bootsfahrt durch den Kanal von Korinth

Der Kanal mit einer Länge von 6343 m, einer Breite von 24,5 m sowie einer Höhe von 80 m ist eine Meisterleistung der französischen Baumeister des 19. Jahrhunderts. Bereits Kaiser Nero bestimmt eine Trasse über den Isthmus. Bis zum Bau des Kanals transportierten Wagen Schiffe über den so genannten Diolkos, eine gepflasterte Bahn, über die Engstelle zwischen dem Saronischen und Korinthischen Golf. Nachdem wir uns in Geduld über die griechische Gelassenheit üben mussten sowie einem Frachtschiff von einem Pilotschiff gezogen den Vortritt ließen, ging es über die versenkbare Brücke in den Kanal hinein. Auf der Hinfahrt erfuhren wir viel Wissenswertes über den Bau, sahen Reste des Diolkos und genossen die Sonnenstrahlen. Auf der Rückfahrt präsentierte man uns Meze - kleine Häppchen - zum Essen sowie Ouzo zum Verdauen. Am Nachmittag stand uns Zeit zur freien Verfügung für die Entdeckung des Badeortes Loutraki.

 

8. Tag 16.04.2011 - Tagesausflug Altkorinth, Weinanbaugebiet um Nemea

Leider verließ uns heute die Sonne. Zeus regelte den Regen allerdings so, das es nur stark regnete, als wir im Bus saßen. Das erste Ziel war Altkorinth. Die antike Ausgrabungsstätte liegt am Fuße des 565 m hohen Burgberges Akrokorinth. Der Mittelpunkt der gut erhaltenen Überreste der antiken Stadt bildet der Apollon-Tempel. Überreste von Läden, Wohnhäusern und Verwaltungsbauten sowie den berühmten Brunnen der Peirene konnten wir sehen. Die Quelle unter dem Brunnen versorgt noch heute das moderne Korinth mit Wasser. Im Anschluss fuhren wir in eines der größten Weinanbaugebiete Griechenland nach Nemea. Das Weinstädtchen, in der Antike berühmt für die Panhellenischen Spiele von Nemea ist heute das Zentrum eines Rotweingebietes. Im Weingut Nemeion der Familie Vassiliou erfuhren wir viel über die besondere Weinherstellung des Familienbetriebes. Die Weintrauben werden handverlesen und die Verarbeitung erfolgt nach der Schwerkraft. Die fünf Etagen dieser besonderen Weinverarbeitung verfolgten wir ganz interessiert, bevor wir natürlich gespannt auf die Verkostung warteten. Es wurde uns ein Weiß-, zwei Rotweine, einen Rosé sowie den mehrfach preisgekrönten Hgemon Rotwein präsentiert.

 

9. Tag 17.04.2011 - Tagesausflug Sparta und Mistras

Bei strömendem Regen und frischem Wind verließen wir Loutraki. Unterwegs durch Arkadien hatten wir dann Hagel und nur noch sieben Grad Außentemperatur. Über Tripoli und Sparta erreichten wir Mistras. Die byzantinische Ruinenstadt befindet sich in herrlicher Lage über dem Eurotas Tal sowie auf einem Hügel am Rand des  Taygetos Gebirges. In der  Metropolis, der ältesten Kirche von Mistras besichtigten wir die Fresken aus dem 14. Jahrhundert sowie den byzantinischen Doppeladler. Im Pantanassa Kloster wohnen einige wenige Nonnen, die einzigen Bewohner von Mistras. Ihre gepflegte Anlage mit wunderschönen Blumen beeindruckte zu sehr. Sowohl der Aufstieg als auch der Abstieg waren etwas beschwerlich, sodass wir uns die anschließende Mittagspause verdient hatten.

Die kleine Stadtrundfahrt durch Sparta gab uns einen Einblick in die moderne Stadt. Der Ausdruck ?spartanisch? ist in unsere Sprache eingegangen und beschreibt das disziplinierte und genügsame Leben der Soldaten von Sparta in jenen Tagen, als die Stadtstaaten Sparta und Athen miteinander rivalisierten. Am modernen Leonidas Denkmal schüttete es, sodass wir unseren Heimweg antraten. Am Abend bekamen wir einen Einblick in die griechischen Tänze beim Folkloreabend. Uns wurden traditionelle Tänze von den Inseln sowie Hochzeitstänze gezeigt und natürlich übten wir uns zum Abschluss selbst im Tanzen.

 

10. Tag 18.04.2011 - Loutraki - Olympia - Patras

Bei recht kalten Temperaturen fuhren wir an der Nordküste von Peloponnes über Patras nach Olympia. Das modernste Bauwerk des Landes bestaunten wir bei Rio, die Charilaos Trikoupis Brücke. Diese über 2,8 km lange Brücke wurde mit dem Fackellauf für die Olympischen Spiele 2004 offiziell eingeweiht.

Im antiken Olympia hatten wir den Eindruck noch heute den Jubel der Zuschauer zu hören, der durch die Jahrhunderte hallt. Das moderne Archäologische Museum gehört zu den besten in Griechenland. Neben Skulpturen aus dem Zeus Tempel bewunderten wir die Siegesgöttin Nike, eine Marmorstatue aus dem 5. Jahrhundert v. Chr.

Zurück in Patras nahmen wir Abschied von unserer Natascha. Wir hatten sie  sehr lieb gewonnen. Ihr Wissen und ihr griechischer Charme machte die Reise zu einem besonderen Erlebnis.

Nach dem Abendessen in einer Taverne in Patras bezogen wir unsere Kabinen auf dem komfortablen Schiff  ?Olympia Palace? der Minoan Line.

Während der Überfahrt genossen wir die Ruhe des Schiffes und ließen die Reise Revue passieren.

 

11. Tag 19.04.2011 - Seetag

Die Frühaufsteher Cool genossen den traumhaften Sonnenaufgang bevor wir uns zum Frühstück im Restaurant gemeinsam einfanden. Vor uns lag ein sonniger Seetag und eine sehr ruhige Adria, sodass wir die entspannen konnten. Am Abend ging die Sonne blutrot am Horizont unter.

 

12. Tag 20.04.2011 - Venedig - Chemnitz

 

Ein Höhepunkt anderer Art war die Einfahrt in die Lagune von Venedig. Direkt vorbei am Markusplatz sowie der Einfahrt in den Canale Grande erreichten wir den Hafen von Venedig. Unsere Rückreise führte uns über Udine, Villach und Salzburg nach Deutschland. Diese Panoramafahrt mit Blicken zum Berg Triglav in Slowenien sowie dem Tauerngebirge war für alle ein schöner Abschluss dieser Reise.

In Münchberg verabschiedeten wir die ersten Gäste und erreichten mit vielen Eindrücken und Informationen unsere Heimat.

 

Autorin des Reiseberichts:

GSR_RL_Claudia_Bernhardt_04_20113 Claudia Bernhardt
IHK-geprüfte Datenverarbeitungskauffrau Touristikfachwirtin (IHK) Diplom - Betriebswirt (FH) Reiseleiterzertifikat der Hochschule für Bremen und des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V.

Seit vielen Jahren bin ich als Reiseleiterin zwischen dem Nordkap und Sizilien, Irland und dem Baltikum unterwegs. Mit Herzblut vermittle ich Ihnen Altbekanntes und Neues zu Landschaft, Kultur, Architektur und Lebensart der Menschen in allen Ländern Europas. Ausgestattet mit einem Beförderungsschein fahre ich gelegentlich unsere komfortablen Busse auch selbst und zeige Ihnen so selbst die verstecktesten Kleinode.

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Kommentare zu diesem Reisebericht

  • Kommentar von Horst Krafft – 11.05.2011

    Das war eine sehr schöne Reise. In allen Bereichen,Claudia sehr gute Erläuterungen während der Fahrt,natürlich auch die Verpflegung. Nadascha war Spitze mit ihren Fachwissen,oft war ich überfordert mit Namen und Zahlen. Bernd als Fahrer hat auch gute Arbeit abgeliefert, eine sehr umsichtige Fahrweise in allen Situationen. Ich war über 40 Jahre Fahrlehrer und kann es ganz gut beurteilen. Danke macht weiter so!


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