Unser Beitrag zur Nachhaltigkeit: Reiseveranstaltung ist Friedensarbeit

Wenn uns ein Ort begeistert, entsteht oft das Bedürfnis danach, etwas Positives für diesen Ort zu bewirken und ihm etwas zurück zu geben. Die atemberaubende Natur, die sich vor einem entfaltet, will man beschützen. Aus diesem Wunsch ist stellenweise die Argumentation entstanden, Reisen könne zu diesem Schutz etwas beitragen, sogar ökologisch nachhaltig organisiert werden.

Doch das Augenmerk auf die Ökologie lässt in die falsche Richtung blicken und geht an dem, was Reisen tatsächlich bewirkt, eklatant vorbei: Es ist an den Haaren herbeigezogen, dem immensen ökologischen Fußabdruck der Teilnahme an einer Reise etwas Positives und Gesteuertes abzugewinnen.

Seit Jahrzehnten werben Busreiseveranstalter mit dem ökologischsten Beförderungsmittel für eine Reise mit dem Bus: ohne Erfolg – zumindest ist nicht erkennbar, dass sich Kunden vordergründig aufgrund der Umweltfreundlichkeit des Busses gerade für Busreisen entscheiden. Im Gegenteil: Wir beobachteten, dass klassische Busreiseziele gegen alle ökologische Vernunft heute angeflogen werden, weil diese eine bequeme, kostengünstige und/oder zeitsparende Alternative darstellen.

Aber erleben wir aktuell nicht ein erneutes Umdenken, welches den Reisebus – insbesondere unter den ökologischen Gesichtspunkten - als Beförderungsmittel wieder attraktiver werden lässt?

Nichtsdestotrotz lassen wir Ihnen mit unserem umfangreichen Produkt-Portfolio die Wahl, ob Sie Ihr gewünschtes Reiseziel per Bus oder Flugzeug erreichen möchten! Unser Anliegen ist es, unsere Reisen nicht ausschließlich auf die ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit zu beschränken, sondern ebenso die wirtschaftlichen und sozialen Aspekte zu beleuchten und in den Vordergrund zu stellen. Was würde mit den Menschen passieren, die vom Tourismus leben, wenn die Reisenden aufgrund ökologischer Bedenken bei der Anreise ausbleiben?

Schulklasse in Vietnam

Wir hätten unsere Existenz als Reiseveranstalter aufgeben müssen, wenn wir unser klassisches Busreiseprogramm nicht durch Flugreisen in Europa teilweise ersetzt und in alle Welt erweitert hätten.

Aber: Wie ökologisch wertvoll und nachhaltig ist denn nun unsere Art der Reiseorganisation?

Wir organisieren Gruppenrundreisen in allen Ländern der Erde, in denen wir unseren Reisegästen sichere Beförderungsmittel, hochwertige Hotelunterkünfte, ein interessantes und erlebnisreiches Besichtigungsprogramm und Begegnungen mit den dort lebenden Menschen ermöglichen können.

Wenn es Reisen in Entwicklungs- und Schwellenländern sind, dann ist uns bewusst, dass unsere Reisegäste mit ihrem Besuch den dort lebenden Menschen Arbeitseinkommen ermöglichen. Laut einer Studie des Bundes der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V. (http://www.btw.de/tourismus-in-zahlen/btw-studie-entwicklungsfaktor-tourismus.html) sichern im Schnitt 15 deutsche Besucher einen Arbeitsplatz in diesen Ländern.

Das macht unsere Arbeit und das Vertrauen unserer Reisegäste in unsere Arbeit sehr wertvoll und nachhaltig. Menschen, die in der touristischen Dienstleistungs-Industrie dieser Länder Arbeit und Auskommen haben, gestalten in der Regel ihr Leben vor Ort und machen sich nicht mit ihren Familien auf den Weg zu einem vermeintlich besseren Leben in den „höher“ entwickelten Ländern.

Der lange Flug in diese Länder ist zugegebenermaßen ökologischer Wahnsinn, aber trotzdem nachhaltig! Nicht nur wegen der dort lebenden Menschen, die mit den Touristen-Dollars ihr Leben gestalten, sondern wegen der Botschaft des Friedens und der Völkerverständigung, die unsere Touristen „verkörpern“. Wo Reisende sind, da gibt es nur friedliche Begegnungen, gegenseitige Achtung, die Neugier auf die Kultur der Anderen, den Versuch gegenseitigen Verstehens und die Verringerung der Angst voreinander. Mit der Erinnerung an die Friedfertigkeit der im Gastland lebenden Menschen kommen unserer Reisegäste nach Hause uns erzählen anderen davon. Damit wird die Botschaft des Friedens und der Achtung gegenüber den Menschen anderer Nationen, Kulturen, Hautfarbe, Religionen und politischen Überzeugungen in Deutschland verbreitet und manche negative Sensationsmeldung der Medien relativiert.

Ein Touristenflieger bringt keine ökologischen Punkte. Ein Tornado-Aufklärungsflugzeug bringt aber zusätzlich zur CO2-Belastung noch Tod und Zerstörung.

Reisende sind nicht nur Friedens-Genießer, sondern Friedensarbeiter.


Unsere Reiseorganisation ist Friedensarbeit.

Die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen der Reiseorganisation, die Beraterinnen und Berater unserer Reisen in den Reisebüros, unsere Reiseleiterinnen und Reiseleiter und aller unsere Kolleginnen und Kollegen in den Gastländern unterscheidet sich nicht von den in der UN-Charta formulierten Absichten:
„Unsere Arbeit ist geprägt künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat, unseren Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, ob groß oder klein, erneut zu bekräftigen, Bedingungen zu schaffen, unter denen Gerechtigkeit und die Achtung vor den Verpflichtungen aus Verträgen und anderen Quellen des Völkerrechts gewahrt werden können, den sozialen Fortschritt und einen besseren Lebensstandard in größerer Freiheit zu fördern, UND FÜR DIESE ZWECKE Duldsamkeit zu üben und als gute Nachbarn in Frieden miteinander zu leben, unsere Kräfte zu vereinen, um den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren, Grundsätze anzunehmen und Verfahren einzuführen, die gewährleisten, dass Waffengewalt nur noch im gemeinsamen Interesse angewendet wird, und internationale Einrichtungen in Anspruch zu nehmen, um den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt aller Völker zu fördern.“ (https://www.unric.org/html/german/pdf/charta.pdf)

Menschen in Usbekistan

Reisen mit dem Herzen

„Der Reisende sieht Dinge, die ihm unterwegs begegnen, der Tourist sieht das, was er sich vorgenommen hat zu sehen.“ G.K. Chesterton (genialer Kriminalromanschriftsteller aus England)

„Richtig reisen. In die ganze Welt.“ Bei unserer Reiseplanung fragen wir uns immer danach oder versuchen wir ihn vorzudenken: den Sinn einer Reise. Wir bekommen diese Frage meistens nicht eindeutig oder für uns befriedigend beantwortet, weil jeder von uns und unseren Reisegästen einen anderen Sinn in einer Gruppenrundreise mit uns sieht. Wir geben aber jedem Reisegast durch mehrere Aktivitäten pro Reisetag die Möglichkeit, den Sinn der Reise zu finden oder wenigstens die Sinne anzuregen. Wir handeln dabei ohne Absicht oder die Chance einer Manipulation. Das „Aha“-Erlebnis können wir nicht organisieren, es ist quasi organisatorisch unverfügbar. D.h. es ist nur erlebbar in der Besichtigung, in der Beobachtung der Gastgeber, besser noch in der Begegnung mit den Menschen des Gastlandes. Es ist auch nicht immer vordergründig die Konfrontation mit dem Gesehenen, die den Reisenden bewegt, sondern er spiegelt sich meistens selbst im Beobachteten und im Erlebten. Ich wundere mich oft und denke darüber nach, warum sich unsere Reisegäste in einem fremden Land über ihr Leben zu Hause austauschen können. Viele Reisende fühlen sich merkwürdigerweise auch auf einmal in der Reisegruppe sehr, sehr wohl, gehen abends nicht mehr raus aus dem Hotel, obwohl Zeit dafür wäre. Man trifft sich im Foyer oder verschanzt sich auch mal am TV: Es könnte ein Schutzmantel sein, der vor den fremden Eindrücken schützt, es könnte das Bedürfnis nach Kommunikation mit Gleichgesinnten sein (gleiches Reiseinteresse, gleiche Altersgruppe, ähnliche berufliche und familiäre Biographien), aber auch die Bewahrung und Wertschätzung oder Verteidigung des Eigenen, der Heimat gegen den Reiz und die Versuchungen der Fremde.

Kindern aus dem Himba-Dorf

Es kann aber auch sein, dass der Zeitgeist, der uns nicht ganz so ungesteuert, wie wir es gerne oder gutgläubig hoffen, überfallen hat, den modernen Menschen in einen zunehmenden Wettbewerb mit digital optimierten Maschinen oder gar der Künstlichen Intelligenz stellt. Wie wohltuend kann da das Zusammensein mit gleichgesinnten oder gleichinteressierten anderen Menschen, z.B. auf einer Gruppenrundreise, sein. Auf einer Gruppenreise ist der Einzelne nicht mehr „gegen seinen Willen in die Welt geworfen“ (Martin Heidegger), sondern er empfindet seine Zugehörigkeit, Resonanz mit den Mitreisenden und vielleicht sogar mit den Gastgebern. Sein Denken folgt nicht mehr nur den Gewohnheiten des häuslich-privaten Umfeldes und/oder den fremdbestimmten Algorithmen und normopathischen Bewertungsmustern des Arbeitslebens. Die Gefühle, die durch das Unerwartete hervorrufen werden, stärken das Vertrauen in die gesunde Selbstwahrnehmung und die Verbundenheit mit und die Achtung gegenüber anderen Menschen, die wie wir der Menschheits-Familie (Daniele Ganser) angehören. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ verspricht das Grundgesetz und wir leben es auf Reisen, indem wir uns mit Würde gegenüber den Anderen verhalten. Das dieses Verhalten begleitenden wohltuende Gefühl stärkt unsere Selbstachtung und unser Selbstgefühl und damit unsere Gesundheit (des Herzens).

Reisen heilen damit auch unser Fernweh, unsere Abenteuerlust, unsere Sehnsucht nach Veränderung und stabilisieren nach der Heimkehr das Heimatgefühl, die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben oder dem Lebensabend.

Reisen sind also nicht nur Weltanschauungsreisen, sondern auch Reisen zu sich selbst, zur eigenen Kultur, zu den eigenen Selbst-Werten, die sich durch eine Reise festigen oder verändern können.

„Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.“ Alexander von Humboldt

Reisen gegen die Angst. Reisen für die Wahrheit

Unsere Massenmedien buhlen ständig um Aufmerksamkeit – und das gelingt am besten mit Negativmeldungen. Meldungen über Terroranschläge in anderen Ländern oder bei uns, ausgeführt von Einzeltätern, die einer anderen Nationalität oder Religion oder Kultur angehören, verstärken Voreingenommenheit gegenüber ganzen Ländern, den dort lebenden Menschen und stigmatisieren die Menschen, die mehrheitlich aus politisch instabilen oder von Krieg überzogenen Ländern zu uns geflohen sind. Die Informationspolitik unserer Massenmedien versagt bei der Darstellung der machtpolitischen Hintergründe von Terrorschlägen und Unruhen, verschweigt die Fehler westlicher Politik der Vergangenheit und die aktuelle Interessenslage neoliberaler Wirtschaftspolitik. Die Wahrheit braucht mehr Text und Vortrag als die Meldungen in den Medien und in den Kurznachrichtendiensten. Nicht alle Menschen bilden sich mehr über das Lesen von Büchern, den Besuch von Vorträgen und die Recherche im Internet eine eigene, auf Wissen über Zusammenhänge beruhende Meinung.

Abendessen in der Boma

Reisen bieten die Möglichkeit eigener Anschauung und persönlichen Erlebens des Lebens und der Lebensverhältnisse der Menschen anderer Länder, Kulturkreise und Religionen. Die Reisenden begegnen vor Ort gastfreundlichen, friedliebenden und arbeitsamen Menschen. Reisen vermitteln durch sachkundige und gebildete Reiseleiter aus Deutschland und/oder dem Gastland Wissen und Zusammenhänge über die Geschichte, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Kulturen und insbesondere zu den lebenswichtigen Interessen der Menschen des Gastlandes. Das Ringen um die Wahrheit auf einer Reise ist mühsam, aber im Hass, in der Voreingenommenheit und Abschottung steckt keine Wahrheit, sondern der Nährboden für Gewalt und Krieg.

Mit der Organisation und Durchführung begleiteter Gruppenrundreisen in den meisten Ländern unserer Erde leistet Eberhardt TRAVEL einen Beitrag zur Überwindung von Angst und Voreingenommenheit gegenüber anderen Menschen und Völkern und zur Gestaltung des friedlichen Mit- und Nebeneinanders von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur, die in Deutschland leben.

Gez. Dr. Uwe Lorenz